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Gesunde Füße - gut zu Fuß

Ursachen für Fußleiden
So bleiben Ihre Füße fit
Gymnastik für die Zehen
Schuhkauf
Fußleiden rechtzeitig behandeln
Vorbeugen im Kindesalter

Haben Sie sich auch schon einmal in ein schickes Paar Schuhe der Größe 38 verliebt obwohl Sie eigentlich Größe 38 ½ gebraucht hätten? Bestenfalls stehen diese Pachtexemplare jahrelang im Schuhschrank und werden immer wieder wehmütig betrachtet. Oder haben Sie sich in die Traumfußkleider hineingezwängt wie die bösen Schwestern in den goldenen Schuh von Aschenputtel? Das war ein Fehler, der sich über kurz oder lang rächen kann

Unsere Füße behandeln wir im allgemeinen recht stiefmütterlich. Im Gegensatz zur Pflege des Gesichts und der Hände, die übrigens weit weniger belastet werden, verstecken wir die Füße gleich morgens in finsteren, häufig ungelüfteten und zu engen Schuhen. Dort bleiben sie den ganzen Tag und schleppen unseren Körper, überwiegend auf hartem Boden herum. Aus anatomischer und ergonomischer Sicht das reinste Gift für die Füße. Die Folgen bleiben nicht aus: Druckstellen, Hühneraugen an den Zehen, Verspannungen des Wadenmuskels und des Sehnenansatzes. Ganz zu schweigen von lästigen Fuß- oder Nagelpilzen! Auch Rückenschmerzen und Haltungsschäden können durch das Tragen unzweckmäßiger Schuhe ausgelöst werden. Viele Menschen leiden zudem auch an geschwollenen und schmerzenden Füßen und manchmal kommt es sogar zu Verformungen des Fußes. Für all diese Probleme gibt es eine Reihe von Ursachen. Schlimm werden die Beschwerden aber dann, wenn mehrere Ursachen zusammenkommen, etwa

  • langes Stehen oder Gehen,
  • große Hitze,
  • unbequeme, zu enge Schuhe,
  • zu hohe Absätze,
  • Übergewicht,
  • Wassereinlagerungen in den Beinen und Füßen, eventuell in der Schwangerschaft oder kurz vor der Periode,
  • Fehlstellungen der Fuße,
  • Venenerkrankungen,
  • Durchblutungsstörungen, zum Beispiel bei Arterienverkalkung, Diabetes,
  • Erkrankungen des rheumatischen Formenkreises,
  • feuchte, schwitzende Füße.

So bleiben Ihre Füße fit

Vermeiden Sie das regelmäßige Tragen enger, sehr spitz zulaufender Schuhe. Wenn spitze Schuhe, dann eine Nummer größer kaufen und vorne mit Watte ausstopfen. Höher als 3,5 Zentimeter sollten die Absätze nicht sein. Absatzhöhe wenn möglich mehrmals am Tag variieren. Wenn nötig, Druckschutzpolster zur Vermeidung von Druckstellen tragen.

Um die Füße fit für den Tag zu machen, beginnen sie ihn am besten mit aktivierender Gymnastik. Zunächst zwei Übungen, die Ihren Kreislauf in Schwung bringen sowie Bein- und Bauchmuskulatur kräftigen: Auf den Rücken legen, Beine anheben und in der Luft radeln, radeln, radeln. Anschließend die Beine im Liegen ausstrecken und den Oberkörper mit Hilfe der Bauchmuskeln aufrichten und senken. Danach folgt die

Zehengymnastik.


Zehen so weit wie möglich spreizen, dann abwechselnd einkrallen und kräftig anheben.
Mit den Zehen einen Gegenstand, zum Beispiel einen Bleistift, ein Taschentuch oder einen Stock greifen, hochheben und wieder fallen lassen.
Auf die Zehenspitzen stellen, etwas warten und dann langsam wieder herunterkommen.
Auf Zehenspitzen laufen und dann ebenso auf den Fersen.

Nehmen Sie sich einmal in der Woche richtig Zeit für Ihre Füße. Ein Fußbad mit erfrischendem Badezusatz, zum Beispiel Fichtennadelöl, entspannt die Muskulatur, fördert die Durchblutung, reinigt die Haut und macht die Füße geschmeidig.

Bei feuchten, schwitzenden Füßen empfehlen sich Cremes und Badezusätze mit Eichenrinde oder Aluminiumsalzen. Baden Sie die Füße bis zu den Knöcheln etwa zehn Minuten in 36 bis 40 Grad Celsius warmem Wasser. Diabetiker und Menschen mit Arteriosklerose sollten vorher ihren Arzt fragen! Die Füße nach dem Baden gut abtrocknen. Hornhaut oder Schwielen lassen sich jetzt leicht mit einer Raspel entfernen. Eine Fußcreme kräftigt die Haut und verhindert die Entstehung von Fußpilz.

Gönnen sie sich den Luxus, außer bei Diabetes, so oft wie möglich barfuß zu laufen, zu Hause, in der Wiese, auf dem Waldboden oder am Stand. Der weiche Untergrund paßt sich dem Fuß an, barfußlaufen steigert die Durchblutung des Fußes und kräftigt zudem Muskeln und Bandapparat. Damit beugen Sie am besten Fußproblemen vor.

Um das Bestmögliche für die Füße zu tun, gibt es auch beim Einkauf der Schuhe einiges zu beachten:

In einem Schuhfachgeschäft die genaue Größe und Weite der beiden Füße ermitteln. Sie sind niemals genau gleich!
Fragen Sie ob beziehungsweise welchen durchgetretenen Fußtyp Sie haben, etwa Spreizfuß, Knick- Senkfuß oder Plattfuß.
Teilen Sie dem Verkäufer mit, für welchen Zweck Sie die Schuhe brauchen.
Naturbelassenes Kork- und Ledermaterial bei Schuhen sowie Socken aus Naturfasern lassen den Füßen Luft zum Atmen.
Gesundheitsschuhe mit leichten, weichen Sohlen und einer Tieffußbettung sind eine Wohltat für die Füße und geben an den wichtigen Stellen den richtigen Halt.

Auf "Stelzen" durchs Leben?

Keine Frage, wir kaufen ein Schuhmodell, das uns gefällt und viele junge Mädchen - und nicht nur Mädchen - marschieren auf hohen Plateausohlen durchs Leben. Schuhe bis zu einer Maximalhöhe von zehn Zentimetern sind dabei nicht unüblich und mancher stellt sich dabei die Frage nach der Gesundheit derartiger "Stelzen". Auf einer Tagung des deutschen Berufsverbandes der Ärzte für Orthopädie in Frankfurt, wurde vom Vorsitzende des Verbandes, Georg Holfeder, vor allem das Gewicht der Megasohlen kritisiert. Sie seien doppelt so schwer wie normale Schuhe und stellen damit im wahrsten Sinn des Wortes für die Trägerin eine Belastung dar. Plateausohlen seien jedoch besser als Stöckelschuhe auf zehn Zentimeter hohen Absätzen, räumte der Chef des Verbandes ein. Während Stöckelschuhe auf Dauer die Achilles-Sehne der Trägerin verkürzten und den Vorfuß verbreiteten, könne der Fuß bei Plateausohlen quasi auf einer Ebene gehen. Die Gefahr einer verkürzten Achilles-Sehne oder von Spreizfuß bestehe nicht.

Primarius Dr. Franz Menschik, Leiter der Orthopäischen Abteilung am Schwerpunkt-Krankenhaus Mistelbach, Niederösterreich, sieht das Hauptproblem für die Träger von Plateauschuhen im Verkippen. Sprunggelenks- und Bänderverletzungen seien dabei häufig die Folge.

Fußleiden rechtzeitig behandeln

Treten erst einmal Schmerzen auf, ist es für vorbeugende Maßnahmen meist schon zu spät. Ein einmal abgesunkenes Gewölbe kann durch Fußgymnastik und Muskelkräftigung nicht mehr angehoben werden. Und Schmerz, rät Primarius Dr. Menschik, sollte man nicht bagatellisieren. Viele Fußbeschwerden lassen sich zudem mit den von einem Arzt gemäß den individuellen Befund verordneten Einlagen effektiv lindern.

Am häufigsten verordnet der Arzt Stützeinlagen, die den Fuß an seinen Schwachstellen stützen, beim Knickfuß im Fersenbereich, beim Senk- oder Plattfuß im Bereich des Längsgewölbes und beim Spreizfuß im Bereich des Vorfußes. Dann gibt es Einlagen, die den Fuß betten und zusätzlich durch Druckumverteilung in bestimmten Bereichen entlasten. Solche Bettungseinlagen kommen beispielsweise zum Einsatz bei kontraktem, das heißt nicht von Hand und ohne Kraftaufwand zu korrigierendem Ballenhohlfuß oder Plattfuß, bei rheumatischem oder diabetischem Fuß sowie bei Fersensporn, Reizzustand der Sesambeine oder vesteifter Großzehe.

Schließlich sind noch die Korrektureinlagen zu nennen. Damit behandelt man zum Beispiel Kinder mit Knick-Plattfuß, Klumpfuß, Sichelfuß oder Spreizfuß. Voraussetzung ist allerdings, daß sich die Fehlstellung des wachsenden Fußes von Hand ohne großen Kraftaufwand korrigieren läßt.

Vorbeugen im Kindesalter

Da sich Fußschäden im Kindesalter gut beheben lassen, rät Dr. Menschik, mit Kindern vom Gehalter an halbjährlich einen Facharzt für Orthopädie aufzusuchen. Generell jedoch sollten die Sprößlinge so oft wie möglich barfuß gehen, laufen oder springen. Am besten auf der Wiese, im Sand oder auch im Dreck, was sich beim Nachwuchs besonderer Beliebtheit erfreut. Das kräftigt die Muskulatur, sorgt für freie Bewegungsfähigkeit der Fuß- und Zehengelenke und hilft nebenbei auch Fußpilz zu verhindern.

Die zweite, ebenso wichtige Vorbeugungsmaßnahme ist der Kauf passender Schuhe. Der Schuh muß zwischen Sattel -- dort wird der Schuh geschnürt - und Ferse "sitzen" und nicht zu weich sein. Die Zehenbox sollte hoch und weit sein und Platz für uneingeschränkte Bewegungsfreiheit bieten. Als wichtigste Regel beim Schuhkauf ist darüber hinaus das "Lang genug und schmal genug" zu beherzigen. Der Fuß benötigt bei der Bewegung mehr Raum als im Stand. Zu kurze Schuhe führen zwanghaft zur Krümmung der Zehen, als Folgen drohen Zehen- und Gewölbedeformationen. Ähnliche Konsequenzen hat ein zu weiter Schuh. Da er dem Fuß zu wenig Halt bietet, kommt es zum dauerhaften Festkrallen der Zehen und vergleichbaren Veränderungen wie beim zu kurzen Schuh.