Übersicht Leseproben

Herzinfarkt

Beschwerden beim Herzinfarkt
Risiko erkennen und ausschalten
Ausgewogene Ernährung
Vitamine
Ausreichende Bewegung
Ärger und Streß vermeiden
Hausmittel fürs Herz
Rauchen verboten!
Besonderes Risiko für Frauen
Das Schreckgespenst unserer wohlstandsverwöhnten Gesellschaft hat einen Namen: Herzinfarkt. Der dafür verantwortliche "Killer" heißt Arteriosklerose (Arterienverkalkung), auf dessen Konto auch Schlaganfall, Durchblutungsstörungen, Nierenschäden gehen. In den westlichen Industriestaaten sterben an diesen Krankheiten mehr Menschen als an allen Krebsarten zusammen. Typisch für Arteriosklerose sind mehrere Risikofaktoren, meist kombiniert mit entsprechenden Erbanlagen.
Herzinfarkt - neben Arteriosklerose droht eine weitere Gefahr. Sie geht von Fetteinlagerungen in den Herzkranzgefäßen aus. Experten schätzen, daß sich zwei Drittel aller Herzinfarkte darauf zurückführen lassen. Und die Einlagerungen von Fett beginnen bereits im Kindesalter. Sie wachsen unbemerkt. Wenn sie platzen, verstopfen sie das Gefäß. Der Herzinfarkt ist da.

Wettlauf mit der Zeit

Der Fall der Fälle ist dann eingetreten, wenn ein plötzlicher Schmerz die linken Brusthälfte durchrast und Angst die Kehle zuschnürt. Jetzt beginnt der Wettlauf mit der Zeit, denn nur in den ersten Stunden nach dem Infarkt läßt sich das Blutgerinnsel, das ein Herzkranzgefäß verschließt, noch auflösen. Bei rascher ärztlicher Hilfe sind die Überlebenschancen gut. Je jünger der Patient ist, desto besser.

 Beschwerden beim Herzinfarkt

  • Druck- und Engegefühl über der Brust
  • Plötzlicher Schmerz in der linken Brusthälfte
  • Angstgefühle oder Beklemmungszustände
  • Meist blaße bis gelbe Haut
  • Kalter Schweiß tritt aus
  • Der Puls beginnt zu rasen
  • Manchmal strahlen Schmerzen - wie bei einer Angina pectoris (Verengung der Herzkranzarterie) - in den Schultergürtel und bis zum Hals- und Kinnbereich oder auch in den linken Arm aus.


Risiko erkennen und ausschalten

Heute weiß man, daß Erbanlagen wesentlich mitentscheiden, ob wir im Laufe des Lebens herzkrank werden oder gesund bleiben. Meist handelt es sich dabei um ererbte Störungen im Stoffwechsel. Das sind all jene Vorgänge im Körper, die mit dem Ab- und Umbau der Nahrung zu tun haben. Das problematische an diesen ererbten Schwächen ist, man spürt sie nicht. Viele Jahre fühlt man sich gesund. Plötzlich - mehr zufällig - liefert eine Blutuntersuchung den Hinweis.

Um eine erbliche Vorbelastung möglichst früh zu erkennen, genügt ein Blick auf die Großeltern, Eltern oder Geschwister. Hat einer von ihnen bereits einen Herzinfarkt oder Schlaganfall erlitten? Wenn ja ist es wahrscheinlich, daß auch die anderen Familienmitglieder diese Gene in sich tragen. Klarheit darüber schafft eine Untersuchung. Bestätigt der Arztbesuch die erbliche Vorbelastung - kein Grund zur Panik. Mit einem gesunden Lebensstil läßt sich der Ausbruch der Anlage hinauszögern oder ganz verhindern. Mit vorbeugenden Maßnahmen sollte jedoch so früh wie möglich begonnen werden, am besten schon im Kindesalter.

Ausgewogene Ernährung

Bei den Eßgewohnheiten unserer Kinder läuft einiges schief. Das zeigen viele Studien. "Laut amerikanischer Langzeitstudien sind 16jährige heute um zwei Kilogramm schwerer als noch vor zehn Jahren", erklärt Dr. Kurt Widhalm, Professor an der Wiener Universitäts-Kinderklinik. Nach einer in Deutschland veröffentlichte Untersuchung hat das mittlere Übergewicht von Jugendlichen innerhalb von zehn Jahren sogar um rund acht Kilogramm zugenommen. Der Trend zum immer fetteren Jugendlichen geht auch an Österreich nicht vorbei: Die Ambulanz der Kinderklinik in Wien beobachtete in den letzten sieben Jahren einen Anstieg übergewichtiger Schüler um rund 50 Prozent. Übergewicht belastet nicht nur Herz- und Kreislauf, auch die Gelenke leiden darunter.
Nehmen Sie Ihre Ernährungsgewohnheiten und die Ihrer Kinder unter die Lupe. Stellen Sie diese - wenn nötig - um. Ernähren Sie sich und Ihre Familie bewußt fett- und eiweißarm! Gemüse sollte zur Hauptspeise werden. Wenig Fleisch. Frisches Obst ist eine hervorragende Zwischenmahlzeit - es schmeckt und ist gesund. Gönnen Sie sich Süßigkeiten - wenn überhaupt - nur am Wochenende.
Eine ausgewogene Mischkost mit viel Obst und Gemüse senkt das Risiko eines Herzinfarktes und verlängert die Lebenserwartung. Schon zwei bis drei Karotten am Tag, roh verzehrt, senken das Cholesterin um mehr als 12 Prozent, wurde festgestellt.

Vitamine wirken gegen Arteriosklerose

Vitamin C, und zwar pro Tag ein Gramm, reduziert das Cholesterin und somit das Risiko von Arteriosklerose. In Versuchen über sechs Wochen hinweg sank das Cholesterin um mehr als 12 Prozent.
Vitamin B6 und B12 sowie Folsäure benötigt der Körper um das schädliche Homozystein - ebenfalls ein Produkt falscher Ernährung - abzubauen. Erhöhte Homozysteinwerte stellen ein unmittelbar erhöhtes Herzinfarktrisiko dar. Homozystein wirkt früher und stärker schädigend als Cholesterin und führt unabhängig von anderen Risikofaktoren, wie Bluthochdruck, Übergewicht oder Rauchen zur Arteriosklerose.
Vitamin B6 und Folsäure kommt vor allem in Obst und Gemüse vor. Vitamin B12 hingegen ist nur in tierischen Produkten und in Blaualgen enthalten.

Ausreichend Bewegung

Daß Sport Herz und Kreislauf stärkt, ist bekannt. Ein - bis zweimal pro Woche Sport senkt das Herzinfarktrisiko um gut ein Drittel. Übungen zwischen elf und 24 Minuten bei denen man richtig ins Schwitzen kommt, sind am wirksamsten. Das wiesen Mediziner aus den USA nach. Und keine Ausrede mehr. "Ich habe keine Zeit" gilt nicht. Schon etwas mehr als zehn Minuten täglich fördern die Gesundheit, meinen die Wissenschafter.
Verschaffen Sie sich daher ausreichend Bewegung. Animieren Sie auch Ihre Kinder dazu. Wählen Sie eine Sportart die Spaß macht. Doch übertreiben Sie nicht - Hochleistungen sind nicht notwendig.

Ärger und Streß vermeiden

Wie gefährlich Ärger und Streß fürs Herz sind, zeigt eine amerikanische Langzeitstudie, bei der Menschen, die zu "Wutausbrüchen" neigten und sich schnell ärgerten, eine sieben Mal höhere Sterblichkeit aufwiesen. Damit wäre Ärger sogar gefährlicher als klassische Risikofaktoren wie Rauchen und Bluthochdruck. Für das Herz spielt es auch keine Rolle, ob man den Ärger in sich "hineinfrißt" oder beim Sich-Ärgern "aus der Haut fährt". Also, warum nicht die Dinge etwas gelassener sehen? Es ist Ihre Gesundheit die unter Ihren Wutausbrüchen leidet. Entspannen Sie sich! Ein Rat, der auch allen Streßgeplagten ans Herz gelegt wird.
Über Streß klagen viele. Krankmachender Streß tritt immer auf, wenn man das Gefühl hat, mit den Anforderungen nicht mehr fertig zu werden. "Mut zur Lücke" heißt hier die Devise.

Lassen Sie sich also auf gar keinen Fall unter Druck setzen! Versuchen Sie durch Organisation und bessere Arbeitseinteilung den beruflichen Streß abzubauen. Gönnen Sie sich regelmäßige Ruhepausen und entspannen Sie sich! Erlernen Sie Entspannungstechniken wie autogenes Training, Yoga und so weiter. Doch setzten Sie dann das Erlernte auch regelmäßig ein.

Hausmittel fürs Herz

Ein einfaches Hausmittel, das auch von den Ärzten nicht abgelehnt wird, ist ein Gläschen Wein zum Essen. Doch wie so oft, entscheidend ist die richtige Dosis. Während ein oder zwei alkoholische Getränke pro Tag das Risiko einer Herz-Kreislauf-Erkrankung senken, ein Zuviel des Guten ist auf jeden Fall ungesund. "Übermäßiges Trinken schadet der Herzmuskulatur und ist eine der Hauptursachen für viele vermeidbare Todesfälle", warnt der Präventivmediziner Charles H. Hennekens von der Harvard Medical School.
Schränken Sie daher übermäßigen Alkoholgenuß ein! Vermeiden Sie Chiantiwein - er enthält Substanzen, die den Blutdruck ansteigen lassen.
Sind Sie ein Tee-Fan? Seit Generationen wird bei Herzbeschwerden Misteltee empfohlen, der auch bei Bluthochdruck verwendet werden kann. Teemischungen, die ebenfalls in alten Büchern zu finden sind, haben meist Mistel- oder Melissentee als Zusätze. Dem Weißdorntee wird nachgesagt, daß er zu den wichtigsten vorbeugenden Maßnahmen gehören soll, weil er das Herz entlastet.
Auch Knoblauch ist ein altbekanntes Mittel zur Herzstärkung.

Absolutes Rauchverbot

Gibt es beim Alkohol noch einen Kompromiß - beim Rauchen sind sich die Experten einig: Jede Zigarette schadet! Und das gilt auch für Zigarren und Pfeifen. Das im Rauch enthaltene Nikotin verengt die Gefäße, der Blutdruck steigt und damit das Risiko für einen Herzinfarkt. Auch sogenannte Leichtzigaretten lösen das Problem nicht.

Nutzen Sie alle Möglichkeiten - Nikotinpflaster, Raucherentwöhnungskurse, Akupunktur... - um diese Sucht zu überwinden.
Haben Sie sich bei der einen oder anderen "Sünde" ertappt? Beginnen Sie Ihre Lebensgewohnheiten umzustellen, um so mehr wenn Sie die Erblast der Gene in sich tragen. Es ist noch nicht zu spät. Auch müssen Sie nicht gleich von heute auf morgen zum Gesundheitsfreak werden, kleine Schritte führen auch zum Erfolg. Mit Sicherheit. Doch fangen Sie gleich damit an.


Besonderes Risiko für Frauen!

Bis zu den Wechseljahren sind Frauen gegenüber Männern gesundheitlich im Vorteil: Sie haben deutlich weniger Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Zurückgeführt wird dieser Schutz auf die Östrogene. Werden aber künstliche Hormone etwa die Antibabypille eingenommen und wird gleichzeitig auch noch geraucht, dann verschwindet dieser natürliche Vorteil.
Streß durch Doppelbelastung in Beruf und Haushalt, Rauchen und Antibabypille werden dafür verantwortlich gemacht, daß immer mehr Frauen um Vierzig einen Herzinf
arkt oder Schlaganfall.