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Symptome
Erste Hilfe bei Verbrennungen
Vorbeugen

Kleine Verbrennungen - was tun?

Der Tag im Büro war stressig. Jetzt müssen noch schnell die Kinder vom Kindergartenn abgeholt, das Nötigste eingekauft werden bevor es endlich nach Hause geht. Wie schön, könnte man jetzt ein bißchen ausspannen und die Füße hochlagern! Keine Chance. Das Abendessen muß zubereitet werden und schon wieder türmt sich ein Berg ungebügelter Wäsche. Daneben die lieben Kleinen, die an den Fersen der Mutter kleben. Und dann passiert es: Das kochende Spaghettiwasser ergießt sich statt in den Ausguß auf den Boden oder eine flüchtige Berührung mit dem heißen Bügeleisen - autsch!

Im Kindesalter zählen Brandverletzungen, nach Stürzen, zu den häufigsten Unfallursachen Zwei Drittel der Unfälle passieren Kinderns in den ersten drei Lebensjahren etwa durch Herabziehen heißer Flüssigkeiten, unregulierte Dusch- und Badewassserbatterien oder auslaufende Wärmeflaschen. Erst mit zunehmendem Alter entspannt sich die Situation, steigt jedoch bei den 10- bis 12jährigen noch einmal leicht an. Jetzt sind es Verbrennungen, die sich Jugendlichen beim Zündeln oder Hantieren mit Feuerwerkskörpern zuziehen, berichtet das Wiener Institut Sicher Leben.

Medizinisch gesehen, sind Verbrennungen nichts anderes als "Entzündungen oder Hautgewebeschädigungen nach starker Hitzeeinwirkung". Haut kann bereits verbrennen, wenn sie mehr als fünf Minuten lang einer Temperatur von 50 Grad Celsius ausgesetzt ist. Heiße Gegenstände, Verbrühungen durch heißes Fett oder Kochwasser und heiße Dämpfe, etwa aus dem Bügeleisen, all das ist angetan Verbrennungen hervorrufen. Je nach Intensität spricht der Arzt von Verbrennungen, ersten, zweiten oder dritten Grades. "Der Grad der Verbrennung kann innerhalb der ersten 24 Stunden nicht immer eindeutig deklariert werden", so der Allgemeinmediziner Dr. Peter Cajka.

Bei Verbrennungen ersten Grades treten Rötungen auf, wie etwa bei einem Sonnenbrand.

Verbrennungen zweiten Grades sind sehr schmerzhaft. Die Haut näßt und es zeigen sich Brandblasen. Diese sollten nicht geöffnet werden. Sie sind so etwas wie ein Löschkissen für die geschädigte Haut. Unbedingt zu unterlassen sind auch Anwendung mit den sogenannten Hausmitteln Butter und Mehl. "Das kommt leider immer noch vor", berichtet Cajka und verweist auf das Risiko einer Infektion.

Brandblasen, die größer als eine Handfläche sind, bei Kindern genügt schon die Größe einer Zehn-Schilling-Münze, müssen ärztlich behandelt werden, da sie ein großes Infektionsrisiko darstellen.

Verbrennungen dritten Grade zählen zu den ärztlichen Notfällen. Die Haut ist weiß, empfindlich auf Berührungen, oft auch tief verschorft. Das Gewebe ist bis in die Unterhaut beschädigt. Da zahlreiche Nervenende zerstört wurden, sind die Schmerzen oft gering. Sind 15 Prozent der Haut verbrannt, ist die Situation lebensgefährlich. Bei Kindern besteht Lebensgefahr schon bei acht bis zehn Prozent verbrannter Haut.

Erste Hilfe

Verbrennungen, wie sie im Alltag etwa beim Kochen oder Bügeln immer wieder auftreten, lassen sich gut selbst behandeln. Wichtig aber auch hier ist, wie überhaupt bei allen kleinen und größeren Verletzungen, die Tetanusimpfung.

Kälte

Ist das Malheur passiert, umgehend die verbrannten oder verbrühten Körperteile unter fließendes Wasser halten. Neben der wohltuenden Kühlung werden so auch mögliche Keime ausgespült. Nach etwa acht bis zehn Minuten können dann die betroffenen Stellen mit einem kalten Lappen umwickelt werden. Das verengt die Blutgefäße und lindert die Schmerzen. Nach 15 Minuten, besser noch einer halben Stunde, ist das Ärgste überstanden.
Ist die Verbrühung oder Verbrennung durch die Kleidung erfolgt, sollte sie - sofern sie nicht mit der Brandwunde verklebt ist - entfernt werden.

Apfelessig

Nach der ersten Hilfe unter dem fließenden Wasserhahn, kann man mit Apfelessigwasser-Spülungen der Gefahr von Verbrennungsblasen und unschönen Narben vorbeugen. Kalte Apfelessig-Umschläge helfen zudem der Haut bei der Regeneration und verhindern das Eindringen von Krankheitserregern.

Bei Verbrennungen sollte viel Flüssigkeit zu sich genommen werden. Trinken Sie daher viel Wasser und Saft. Oder vielleicht einen Apfelessig-Trunk? Dazu verrühren Sie drei Teelöffel Apfelessig und zwei Teelöffel Honig in einem Glas Wasser. Fertig ist das wohlschmeckende, bekömmliche Getränk.

Azetylsalizylsäure (ASS)

Das im Aspirin enthaltene ASS ist ein ausgezeichneter Entzündungshemmer der noch dazu die Verbrennungsschmerzen lindert. Empfohlen wird eine Tablette mit 500 Milligramm ASS alle vier Stunden bei einer Verbrennung zweiten Grades.

Teebaumöl

Das australische und bei uns erst seit kurzem bekannte Teebaumöl soll sich vor allem zur Behandlung von verschmutzten und eiternden Wunden eignen. Seine desinfizierende Wirkung fördere den Heilungsprozeß. Dazu bedecke man die Wunde nach der Kühlung mit einem Mullverband, auf den fünf bis acht Tropfen Teebaumöl geträufelt werden. Dieser Verband ist alle 24 Stunden zu wechseln. Cjaka kann die "Segnungen" des kurz in Mode gekommenen Teebaumöls noch nicht bestätigen. Für ihn gehören verschmutzte und eiternde Wunden unbedingt in ärzliche Behandlung.

Vitamin E und C

Die in den Lebensmitteln enthaltene Vitamine E und C wirken entzündungshemmend und fördern der Wiederaufbau der geschädigten Hautpartien. Essen Sie also viel frisches Obst, natürliche Öle und Gemüse.

Aloe

Etwa zwei Tage nach der Verbrennung beginnt der Körper mit der Wundheilung. Die Säfte der Aloe können ihn dabei wirkungsvoll unterstützen. Dazu träufeln Sie behutsam einige Tropfen der frischen Frucht auf die verbrannten Stellen. Als Alternative bieten sich auch
entsprechende vom Arzt verordnete Lotionen und Cremes aus der Drogerie oder Apotheke an.

Richtig versorgt ist kleineren Verbrennungen gut beizukommen. Trotzdem, sichern Sie Ihren Haushalt, um so mehr wenn Kleinkinder dort leben. Wie die Statistik zeigt, sind die Folgen einer Brandverletzungen bei Kindern meist deutlich schwerwiegender als beim durchschnittlichen Kinderunfall. Überproportional viele Kinder müssen stationär behandelt werden. Auch die Dauer des Spitalsaufenthaltes aufgrund einer Verbrennung ist signifikant höher als es dem Durchschnitt nach Kindernunfällen entspricht.
Mit Herdschutzgitter, verschraubbaren Kaffe- und Teekannen oder Temperaturbegrenzungen für Heißwasser läßt sich das Risiko einer Brandverletzung minimieren - nicht nur für die Kleinen, für die ganze Familie.

Symptome der Verbrennungen

  • Verbrennungen ersten Grades: Die Haut ist rot und entzündet wie etwa bei einem Sonnenbrand
  • Verbrennungen zweiten Grades - etwa bei einer Verbrühung mit heißem Wasser - sind durch Brandblasen gekennzeichnet
  • Bei Verbrennungen dritten Grade ist nicht nur die Oberhaut zerstört, sondern auch die darunter liegende Unterhaut sowie unter Umständen das tiefer liegende Gewebe. Die Haut ist weiß , berührungsempfindlich oder tief verschorft; die Schmerzen sind oft gering, da zahlreiche Nervenenden zerstört wurden.


Vorbeugen ist besser als heilen

Sichern Sie Ihren Haushalt! Kleinkinder wissen noch nicht, wo sich überall Hitze entwickeln kann, sie dürfen deshalb nie unbeaufsichtigt in der Nähe von Kochstellen, Bügeleisen, Kerzen, heißem Badewasser oder heißem Essen gelassen werden.
Tragen Sie bei der Zubereitung heißer Speisen stets Küchenhandschuhe!
Meiden Sie auch Sonnenbäder in der Mittagssonne; nach den Wintermonaten sollten Sie Ihrem Körper vor einem längeren Bräunungsbad erst einmal wieder an die wärmere Sommersonne gewöhnen.